Trolle in Norwegen

Die Trolle zählen wohl zu den bekanntesten Gestalten der nordischen Märchen. In Norwegen begegnet man ihnen auf Schritt und Tritt - und das wortwörtlich, denn nicht nur die Souvenirshops wimmeln vor Figuren und Abbildungen der Trolle. Norwegische Gegenden wie Trollheimen, eine Berglandschaft, die als das "Land der Trolle" gilt, sind so ursprünglich und wildromantisch, dass man sich gut vorstellen kann, hier einem Troll zu begegnen.

Was macht Trolle in Norwegen so besonders?

Darüber, wie die Trolle aussehen, gibt es verschiedene Ansichten. In einigen alten, norwegischen Legenden heißt es, sie seien groß wie Riesen, in anderen sind sie jedoch eher Zwergen ähnlich. Doch einig ist man sich, dass Trolle große, gebogene Knubbelnasen besitzen. Ihre Füße haben nur vier Zehen, auch haben sie nur vier Finger an jeder Hand. Viele von ihnen sollen lange, dichte Schwänze besitzen, und ihre Haare sind oft lang und verfilzt. Sie leben in Wäldern und ziehen es vor, sich in der Nacht fortzubewegen. Es heißt, dass die Trolle sehr alt werden können - zumindest, wenn sie gut auf sich acht geben. Denn zwei Dinge schaden den meisten Trollen: Sie vertragen kein Sonnenlicht, und wenn man sie allzusehr ärgert, platzen sie manchmal.

Trolle gelten in Norwegen als freundliche Wesen


Trolle in NorwegenIn Norwegen kennt jedes Kind die Trolle, nicht nur aus den Erzählungen der Erwachsenen, sondern auch aus zahlreichen Kinderbüchern. Dabei handelt es sich bei den Trollen eigentlich um Dämonen, die bevorzugt Menschen erschrecken und einen schrecklichen Zorn entwickeln können. Dennoch findet man von ihnen oft freundliche Darstellungen - schließlich sind die Trolle die Hüter des Waldes, die all jenen wohlgesonnen sind, die dem Wald und seinen Bewohnern nichts zuleide tun. Im Allgemeinen ist man vor ihnen jedoch besser auf der Hut. Gerne stellen sie beispielsweise ahnungslosen Wanderern ein Bein oder treiben anderen Schabernack.

Männliche und weibliche Trolle in Norwegen


Übrigens: nicht nur männliche Trolle gibt es, sondern auch weibliche. Diese nennt man Huldra (gesprochen Hüldra). Es sind sehr schöne, blonde Gestalten - mit einem entscheidenden Nachteil: von hinten ähneln sie einer Kuh, und einen Ringelschwanz haben sie auch noch. Man sagt, die typisch männliche Eigenart, einer Frau den Po zu tätscheln, habe einzig den Zweck zu prüfen, ob die Frau sich nicht in eine Huldra verwandelt habe. Denn die weiblichen Trolle locken Männer in den Wald, wo diese dann auf ewig verschwinden.